Nachdem ich zwei Wochenenden in Arequipa verbracht hatte, wurde es mal wieder Zeit das Wochenende für Aktivitäten zu nutzen. Da ich aber auch nicht wirklich weit wegfahren wollte, entschied ich mich für den Abenteuertrip auf den Misti, der genau 5822m hoch ist.
Los ging es somit am Samstag morgen, als ich pünktlich um Acht von einem Jeep nebst Fahrer abgeholt wurde. Nachdem wir in einem Hotel meine Ausrüstung überprüften und die restlichen Wegbestreiter (ein tschechisches Pärchen, ein Belgier sowie einer vierköpfigen Reisegruppe aus Südafrika nebst zwei Guides) in diversen Hotels von Arequipa abholten, ging es dann auf dem Weg zum Misti – erstmal mit zwei Jeeps.
Wir fuhren dann bis zum Startpunkt der Gipfelbegehung. Dieser liegt wie ihr auf den Schild erkennen könnt auf 3415m. Also es sollten etwa 2500m Höhenmeter innerhalb von 24 Stunden überwunden werde. Eine sportliche Herausforderung, aber der Misti ist ja auch so schön! ![]()
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Zu Anfangs ging es recht zügig aufwärts. Wir liefen immer etwa 40 bis 45 Minuten bevor wir eine kurze Rast von etwa zehn Minuten machten. Unsere beiden Guides führten uns sicher und zügig in Richtung Basecamp. Dieses liegt auf etwa 4600m Höhe, wo wir übernachten sollten bevor wir dann am nächsten Morgen in aller früh den Gipfel erstürmen sollten.
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Leider sind die nächsten drei Bilder die einzigen und letzten Bilder, welche ich vom Misti machen konnte, da seitdem meine Kamera die Funktionstüchtigkeit aufgegeben hat. Ein sehr, sehr trauriger Aspekt, denn sowohl der Ausblick als auch der Gipfel boten unglaublich gute und schöne Fotomotive.
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Das Basecamp auf etwa 4600m Höhe erreichten wir gegen vier, nach etwa 6-stündiger Wanderung. Wir bauten unsere Zelte auf während unsere Guides das Essen zubereiten, eine Nudelsuppe als Vorspeise, Nudeln mit Tomatensoße als Hauptgericht und Coca-Tee! Im Großen und Ganzen erreichten wir recht fit das Lager, so fit wie man eben nach Überwindung von 1200m Höhenmetern ist.
Langsam setzte auch der Sonnenuntergang ein und man hatte einen phänomenalen Blick über Arequipa. Auch der Sonnenuntergang war sehr schön anzusehen und ging ziemlich schnell. Leider legte zugleich auch die Windstärke zu und es wurde eisig kalt auf den Berg. Nach dem Essen verzogen wir uns auch alle in unsere Zelte. Was sollte man auch sonst in absoluter Kälte bei totaler Dunkelheit tun? Insbesondere sollte der Aufgang zum Gipfel um halb drei starten!
Die Nacht im Zelt war schrecklich! Das Zelt war für Mike, dem Südafrikaner, und mich viel zu klein und damit wurde es ziemlich stickig. Zugleich mussten unseren Nachbarn bis um 12 reden und diskutieren. Ich habe mich wirklich gefragt, wer auf einen Berg geht um Diskussionen abzuhalten! Unglaublich, ich glaube es war sogar eine Kleinfamilie. Zumindest gefroren habe ich nicht.
Am nächsten Morgen wurden wir dann gegen halb zwei geweckt und frühstückten Toast mit Käse sowie Mate de Coca. Ich hatte durch die schlaflose Nacht mittlerweile kräftige Kopfschmerzen, sicherlich waren es aber auch erste Symptome der Höhenkrankheit. Zum Glück konnten wir alle Sachen im Basecamp lasen und nur das Nötigste, wie z.B. Wasser bzw. den Fotoapparat, für den Aufstieg mitnehmen. Ich quälte mich nun die ersten Stunden mit den Kopfschmerzen ziemlich über die Zeit. Der Aufstieg war durch den vielen Sand und die Felswände sehr, sehr anstregend. Ebenso ist die Luft über 4500m sehr, sehr dünn! Ich war oft dran umzukehren und habe mich immer wieder gefragt wieso ich mir das antue.
Mit der Zeit ging es aber wieder besser auch weil das Ziel immer näher wurde. Es war einerseits absolut körperliche Anstrengung und mentale Willenskraft, andererseits absolute Freiheit nur für sich zu Laufen und seinen Gedanken jegliche Freiheit zu geben. Man hat während dieses stundenlangen Aufstiegs sehr viel Zeit über sich und die Welt nachzudenken sowie die alltäglichen Probleme zu vergessen. Es ist eine Quälerei, aber zugleich auch eine Wohltat!
Gegen Acht erreichten wir dann den Krater nebst Gipfel. Beweisfoto gibt es dank meiner Kamera leider erstmal nicht, ich kriege aber eventuell noch ein paar Bilder zugeschickt, die ich dann nachreichen kann. Der Ausblick vom Misti ist das stundenlange Gelaufe auf jeden Fall wert. Wer kann schon behaupten einmal auf einen aktiven Vulkan gewesen zu sein? Und einen dampfenden Krater gesehen zu haben? Auch der Ausblick vom Misti in Richtung Arequipa bzw. Chachani ist beeindruckend. Ich ärgere mich wirklich, dass meine blöde Kamera den Geist aufgegeben hat!
Schlussendlich sollte es danach wieder runter in Richtung Basecamp und dann weiter in Richtung Startpunkt gehen. Der Abstieg ist dank dem Sand recht einfach und schnell, da man sich nur nach unten fallen lassen muss. Nachdem wir am Basecamp alle Sachen zusammengepackt hatten, ging es weiter abwärts, wo ich auch kurz meine Gruppe verloren hatte, da ich einfach so erschöpft und fertig war, dass ich mittlerweile mit Abstand der Langsamste war. Es war zum Glück nur eine kurze Schrecksekunde, das hätte auch recht böse ändern können, so abseits jeglicher Zivilisation, mit nicht mal mehr einen halben Liter Wasser und ohne körperliche Kräfte.
Wir erreichten dann auch wieder unseren Startpunkt, wo auch schon die Jeeps schon auf uns warteten. Schnell wurde alles verpackt, Glückwunsche und Good-Bye’s ausgetauscht und dann wurde wieder jeder nach Hause / zum Hotel gefahren.
Fazit dieses Wochenende: Beim nächsten Mal entscheide ich mich wohl für Arequipa und gegen die Bergbesteigung. Es ist schon eine totale körperliche und mentale Qual die man sich dort antut. Zugleich aber auch eine interessante Erfahrung. Zu Anfang wollte ich ja auch noch unbedingt den Chachani besteigen, ich glaube das überlege ich mir jetzt erstmal gründlich…