Archiv für Oktober 2007

31
Okt
07

Meine Arbeit

Heute schreibe ich mal etwas über meinen trüben Alltag in Arequipa – meine Arbeit! Die Arbeit ist trotz Ausflüge, Feiern oder sonstiger Aktivitäten natürlich eindeutig mein Lebensmittelpunkt hier in Arequipa auch wenn das im Blog bisher vielleicht nicht so rüberkam. Sie macht auch grundsätzlich Spaß, auch wenn es manchmal etwas viel ist. Aber so ist die Arbeit nun! :)

Grndsätzlich arbeite ich mit drei weiteren Personen im Büro, denn Jan mein Vorgänger ist mittlerweile weg. Dies sind meine Mit-Praktikanten Lena, verantwortlich für den Sozial-Bereich und Jan, verantwortlich für den Touren-Bereich. Dazu kommt noch Isabel, die viSozial-Chefin. Ich habe mal alle bildlich beim Arbeiten festgehalten, auch meinen Vorgänger als Programmier-Praktikant Jan. :)
Mein Vorgänger-Programmierpraktikant JanJan, der Touren-Praktikant, beim ArbeitenLena, die Sozial-Praktikantin, beim ArbeitenIsabel, die viSozial-Chefin, beim Arbeiten

Meine Hauptaufgabe während meiner Arbeitszeit besteht darin, die alte viventura-Webseite ein neues Gewand zu geben. Ich glaube man kann erkennen, dass die Arbeit durchaus Sinn macht, da die alte viventura-Seite schon rückständig ist – ebenso wie der dazugehörige Quellcode.
Die alte viventura HomepageDie neu viventura Homepage

Neben der Implementierung von HTML und CSS gehören aber auch die Logikkomponenten zur Umsetzung der Seite. Die komplette Logik der Webseite ist in PHP programmiert, im Hintergrund steht aber ein mächtiges Framework was das Programmieren zwar erleichtert, das Einarbeiten und Verstehen aber natürlich erschwert. Meine Spring-Erfahrung bei wazap hilft mir da oft. Ebenso ist dieses PHP-Framework sehr objektorientiert aufgebaut, was ich natürlich grundsätzlich toll finde und so von PHP bisher auch nicht kannte. Auch gibt es eine klare Trennung von Model, View (Darstellung) und Logik (MVC-Model).

Zusätzlich bin ich auch für die interne Betreuung des Arequipa-Netzwerkes zuständig. Da hier im Büro insgesamt etwa 15 Leute arbeiten und immer mal wieder auch neue Leute anfangen, entsteht da auch durchaus Arbeit. Da meine Linux- und Netzwerkkenntnisse durchaus begrenzt ist, fällt mir das natürlich nicht immer zu. Ebenso kenne ich auch nicht alle Programme mit denen die Leute hier arbeiten. Aber auch da kämpft man sich mit der Zeit durch! Hier ein Gruppenbild von dem Büro Arequipa!
Das Büro Arequipa

Es kommen hier auch öfters Touristengruppen vorbei mit denen wir dann immer im Garten zu Mittag essen. Auch hiervon gibt es ein Foto.
Gruppenessen

Und zum Schluss noch zwei Bilder von meinen Laptop, an diesen man klar sehen kann, dass ich wirklich hier arbeite! ;)
Mein ComputerMein Arbeitsplatz

29
Okt
07

Hinauf auf 5822m

Nachdem ich zwei Wochenenden in Arequipa verbracht hatte, wurde es mal wieder Zeit das Wochenende für Aktivitäten zu nutzen. Da ich aber auch nicht wirklich weit wegfahren wollte, entschied ich mich für den Abenteuertrip auf den Misti, der genau 5822m hoch ist.

Los ging es somit am Samstag morgen, als ich pünktlich um Acht von einem Jeep nebst Fahrer abgeholt wurde. Nachdem wir in einem Hotel meine Ausrüstung überprüften und die restlichen Wegbestreiter (ein tschechisches Pärchen, ein Belgier sowie einer vierköpfigen Reisegruppe aus Südafrika nebst zwei Guides) in diversen Hotels von Arequipa abholten, ging es dann auf dem Weg zum Misti – erstmal mit zwei Jeeps.

Wir fuhren dann bis zum Startpunkt der Gipfelbegehung. Dieser liegt wie ihr auf den Schild erkennen könnt auf 3415m. Also es sollten etwa 2500m Höhenmeter innerhalb von 24 Stunden überwunden werde. Eine sportliche Herausforderung, aber der Misti ist ja auch so schön! :)
Der Startpunkt Der Vulkan Misti - Das Ziel

Zu Anfangs ging es recht zügig aufwärts. Wir liefen immer etwa 40 bis 45 Minuten bevor wir eine kurze Rast von etwa zehn Minuten machten. Unsere beiden Guides führten uns sicher und zügig in Richtung Basecamp. Dieses liegt auf etwa 4600m Höhe, wo wir übernachten sollten bevor wir dann am nächsten Morgen in aller früh den Gipfel erstürmen sollten.
Die Guides - Bild 1Die Guides - Bild 2

Leider sind die nächsten drei Bilder die einzigen und letzten Bilder, welche ich vom Misti machen konnte, da seitdem meine Kamera die Funktionstüchtigkeit aufgegeben hat. Ein sehr, sehr trauriger Aspekt, denn sowohl der Ausblick als auch der Gipfel boten unglaublich gute und schöne Fotomotive.
Aussicht vom Misti - Bild 1Aussicht vom Misti - Bild 2Aussicht vom Misti - Bild 3

Das Basecamp auf etwa 4600m Höhe erreichten wir gegen vier, nach etwa 6-stündiger Wanderung. Wir bauten unsere Zelte auf während unsere Guides das Essen zubereiten, eine Nudelsuppe als Vorspeise, Nudeln mit Tomatensoße als Hauptgericht und Coca-Tee! Im Großen und Ganzen erreichten wir recht fit das Lager, so fit wie man eben nach Überwindung von 1200m Höhenmetern ist.

Langsam setzte auch der Sonnenuntergang ein und man hatte einen phänomenalen Blick über Arequipa. Auch der Sonnenuntergang war sehr schön anzusehen und ging ziemlich schnell. Leider legte zugleich auch die Windstärke zu und es wurde eisig kalt auf den Berg. Nach dem Essen verzogen wir uns auch alle in unsere Zelte. Was sollte man auch sonst in absoluter Kälte bei totaler Dunkelheit tun? Insbesondere sollte der Aufgang zum Gipfel um halb drei starten!

Die Nacht im Zelt war schrecklich! Das Zelt war für Mike, dem Südafrikaner, und mich viel zu klein und damit wurde es ziemlich stickig. Zugleich mussten unseren Nachbarn bis um 12 reden und diskutieren. Ich habe mich wirklich gefragt, wer auf einen Berg geht um Diskussionen abzuhalten! Unglaublich, ich glaube es war sogar eine Kleinfamilie. Zumindest gefroren habe ich nicht.

Am nächsten Morgen wurden wir dann gegen halb zwei geweckt und frühstückten Toast mit Käse sowie Mate de Coca. Ich hatte durch die schlaflose Nacht mittlerweile kräftige Kopfschmerzen, sicherlich waren es aber auch erste Symptome der Höhenkrankheit. Zum Glück konnten wir alle Sachen im Basecamp lasen und nur das Nötigste, wie z.B. Wasser bzw. den Fotoapparat, für den Aufstieg mitnehmen. Ich quälte mich nun die ersten Stunden mit den Kopfschmerzen ziemlich über die Zeit. Der Aufstieg war durch den vielen Sand und die Felswände sehr, sehr anstregend. Ebenso ist die Luft über 4500m sehr, sehr dünn! Ich war oft dran umzukehren und habe mich immer wieder gefragt wieso ich mir das antue.

Mit der Zeit ging es aber wieder besser auch weil das Ziel immer näher wurde. Es war einerseits absolut körperliche Anstrengung und mentale Willenskraft, andererseits absolute Freiheit nur für sich zu Laufen und seinen Gedanken jegliche Freiheit zu geben. Man hat während dieses stundenlangen Aufstiegs sehr viel Zeit über sich und die Welt nachzudenken sowie die alltäglichen Probleme zu vergessen. Es ist eine Quälerei, aber zugleich auch eine Wohltat! :)

Gegen Acht erreichten wir dann den Krater nebst Gipfel. Beweisfoto gibt es dank meiner Kamera leider erstmal nicht, ich kriege aber eventuell noch ein paar Bilder zugeschickt, die ich dann nachreichen kann. Der Ausblick vom Misti ist das stundenlange Gelaufe auf jeden Fall wert. Wer kann schon behaupten einmal auf einen aktiven Vulkan gewesen zu sein? Und einen dampfenden Krater gesehen zu haben? Auch der Ausblick vom Misti in Richtung Arequipa bzw. Chachani ist beeindruckend. Ich ärgere mich wirklich, dass meine blöde Kamera den Geist aufgegeben hat! :(

Schlussendlich sollte es danach wieder runter in Richtung Basecamp und dann weiter in Richtung Startpunkt gehen. Der Abstieg ist dank dem Sand recht einfach und schnell, da man sich nur nach unten fallen lassen muss. Nachdem wir am Basecamp alle Sachen zusammengepackt hatten, ging es weiter abwärts, wo ich auch kurz meine Gruppe verloren hatte, da ich einfach so erschöpft und fertig war, dass ich mittlerweile mit Abstand der Langsamste war. Es war zum Glück nur eine kurze Schrecksekunde, das hätte auch recht böse ändern können, so abseits jeglicher Zivilisation, mit nicht mal mehr einen halben Liter Wasser und ohne körperliche Kräfte.

Wir erreichten dann auch wieder unseren Startpunkt, wo auch schon die Jeeps schon auf uns warteten. Schnell wurde alles verpackt, Glückwunsche und Good-Bye’s ausgetauscht und dann wurde wieder jeder nach Hause / zum Hotel gefahren.

Fazit dieses Wochenende: Beim nächsten Mal entscheide ich mich wohl für Arequipa und gegen die Bergbesteigung. Es ist schon eine totale körperliche und mentale Qual die man sich dort antut. Zugleich aber auch eine interessante Erfahrung. Zu Anfang wollte ich ja auch noch unbedingt den Chachani besteigen, ich glaube das überlege ich mir jetzt erstmal gründlich… ;)

21
Okt
07

Wochenendtrip zur Oasa Huacachina

Da das zweite Oktober-Wochenende ein verlängertes Wochenende für uns bot, da der Montag ein Feiertag war, nutzten wir die Möglichkeit und fuhren nach Ica zur Oasa Huacachina.Die komplette Region um Ica wurde Mitte August von dem schweren Erdbeben in Peru erschüttert, die Auswirkungen sieht man natürlich noch heute. Nichtsdestotrotz sind die Leute weiterhin optimistisch und positiv gestimmt und der Schönheit der Oasa Huacachina tut dies auch keinen Abbruch

Nach etwa zehnstündiger Busfahrt von Arequipa mit einem komfortablen Reisebus, der dank Abendbrot, Frühstück und Fernseher ein wenig an ein Flugzeug erinnerte, kamen wir morgens in Ica an. Sofort suchten wir uns ein Taxi und machten uns auf den Weg zur Oasa Huacachina, die etwa zehn Minuten entfernt mit dem Taxi von Ica liegt. Dort wurden wir auch schon von unserem lokalen Guide Chamo begrüßt, welcher uns dann gleich zu unserem Hostal brachte. Nach ausgiebigen Frühstück für Spottpreise, erkundigten wir die Oase und machten Fotos.
Die Oase Huacachina - Bild 1.Die Oase Huacachina - Bild 2Die Oase Huacachina - Bild 3

Die Oase Huacachina liegt hinter riesigen Sanddünen und hat auch einen kleinen Badesee wie Ihr erkennen könnt. Der See ist leider etwas dreckig und ich hatte dazu auch meine Badesachen in Arequipa vergessen. Somit ging keiner von uns dort in das Wasser. Wir entspannten uns daher in der Sonne bzw. im Schatten, da die Sonne doch ein zu großes Sonnenbrandrisiko barg. Hier ein paar Schnappschüsse von den Sanddünen, von der Oase aus fotografiert.
Eine Sanddüne - Bild 1 Eine Sanddüne - Bild 2

Am späten Nachmittag begann dann unsere etwa zweistündige Buggy-Tour durch die Sandwüste inklusive Sandboarden. Sandboarden ist etwas ähnliches wie Snowboarden, nur dass man dabei eigentlich auf dem Board liegt. Sicherlich könnte man sich auch auf das Board stellen, aber aufgrund meiner negativen Snowboard-Erfahrungen im Winter, habe ich lieber darauf verzichtet wie Ihr an den folgenden Bilder erkennen könnt.
Sandboarden - Bild 1Sandboarden - Bild 2
Unseren coolen Buggy möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten.
Der Buggy für die Wüstentour
Und hier ein paar Schnappschüsse von der Sandwüste. Ich muss ehrlich dazu sagen, dass ich einfach nur fasziniert von dieser Landschaft und diesem Panorama war. Es war unglaublich schön gewesen, mit eigenen Worten kann ich das kaum beschreiben.
Die Sandwüste - Bild 1Die Sandwüste - Bild 2Die Sandwüste - Bild 3Die Sandwüste - Bild 4Die Sandwüste - Bild 5
Natürlich haben wir auch Beweisfotos gemacht, dass wir bzw. ich wirklich da waren. Auf dem linken Bild könnt ihr meine drei Mitstreiterinnen des Wochenendes erkennen. Vor mir liegt Lena, die viventura Sozial-Praktikantin, daneben liegt Morgane, die französische viventura Praktikantin und neben mir ist nochmal Lena, eine Freiwilligenarbeiterin von viventura.
Wir in der SandwüsteIch in der Sandwüste
Und zu guter Letzt noch ein Bild vom Sonnenuntergang in der Sandwüste und von einer Hähnchenfabrik in der Sandwüste.
Sonnenuntergang in der Sandwüste Eine Fabrik in der Sandwüste

Danach fuhren wir wieder zur Oase und da diese nach dem Erdbeben ein sehr ruhiges Touristengebiet ist, aßen wir noch etwas und gingen danach recht zeitig ins Bett. Der Tag war auch anstrengend und ermüdend genug, so gut schläft man in einem Nachtbus dann auch nicht.

Am nächsten Morgen sollte es dann mit einem Jeep 90 Minuten durch die Sandwüste in Richtung Strand, Pazifischer Ozean, gehen. Nach spannender und atemberaubender Fahrt durch die Wüste, was für mich persönlich noch einmal eine Steigerung zur Buggy-Tour war, kamen wir dann zu einer Klippe von welcher man den unendlichen Pazifik sehen konnte.
Der Jeep der StrandtourDer PazifikIch am Strand
Dann fuhren wir noch etwa zehn Minuten direkt am Strand entlang bis wir endlich unser Ziel, eine Höhle, erreichten. Dort zeigte uns Chamo, der wieder mit uns unterwegs war, die Krebse.
Krebs - Bild 1Krebs - Bild 2
Danach krochen wir in die Höhle, wo uns Chamo erzählte, dass hier regelmäßig viventura Trecking-Touren übernachten. Ein wirklicher cooler Platz, direkt am Meer, ohne Leute, Straßen und gefühlte Welten von der Zivilisation entfernt. Leider sind die Bilder von innerhalb der Höhle zu dunkel, darum kann ich euch nur ein Bild von außerhalb zeigen.
Die Höhleam Pazifik
Wir verblieben an diesem Ort etwa drei, vier Stunden. Das Wasser war deutlich zu kalt zum Baden bedingt durch den kalten Humboldt-Strom. Mich störte dies aber nicht und so nutzte ich die Gelegenheit um auf die Höhle zu klettern und von dort das beeindruckende Panorama zu genießen und zu fotografieren.
Ausblick von der HöhleDer Strand - Bild 2Der Strand - Bild 1
Später fuhren wir noch etwas weiter mit dem Jeep um in einer kleinen Bucht noch Tiere und Wellen beobachten zu können.
Eine Bucht am PazifikBucht am Pazifik - Bild 2Bucht am Pazifik - Bild 1
Das folgende Bild ist mein persönlicher Favorit. Auf dem gesamten Felsen waren unendlich viele Robben, welche sich in der Sonne geaalt haben. Ab und an wenn Wellen gegen den Felsen gebrochen sind, sind ein paar Robben ins Wasser gezogen wurden, haben gequiekt und sind zurück zum Felsen geschwommen. Ein unglaubliches Natur-Schauspiel!
Robben auf dem Felsen
Danach habe ich noch versucht die brechenden Wellen zu fotografieren. Ist mir leider nur suboptimal gelungen, hier mein bester Schnappschuss.
Wellen im Pazifik
Zum Schluss buddelte Chamo für uns noch Porzellan von den Inkas aus, die es dort in Maßen gibt.
Porzellan der Inkas
Danach fuhren wir etwa neunzig Minuten zurück zur Oase und unser Strandausflug war somit beendet! :( Dieser Kurz-Trip war einfach unvorstellbar. Am Strand gibt es keine Menschen, keine Hotels, keine Straßen, rein gar nix! Nur die reine Natur, klare Luft und man hört das Brechen der Wellen, die Strömung usw. Gibt es noch solch einen Ort in Europa, der noch nicht touristisch erschlossen ist?

Im Hostal aßen wir noch, bedankten uns für die Gastfreundschaft und fuhren dann abends zurück nach Ica, wo wir dann wieder mit dem Nachtbus nach Arequipa fahren sollten. Da ich die Mehrheit der Strecke schlief, war auch diese zehnstündige Fahrt schnell herum und wir kamen Montag morgen wieder in Arequipa an.

Fazit: Ein schönes Wochenende! :)

20
Okt
07

Ausgangssperre in Peru

Morgen am Sonntag, dem 20.Oktober 2007, herrscht eine Ausgangssperre im gesamten Land! Es fahren keine Busse und Taxis, es fliegen keine Flugzeuge und alle Geschäfte bleiben geschlossen. Das Land steht quasi für 24 Stunden still. Und wieso das Ganze? Natürlich ganz einleuchtend ;) aund naheliegend :) , es findet eine Volkszählung statt. Das bedeutet nichts anderes, als das die aktuelle Einwohnerzahl bestimmt wird. Das passiert ja in Europa auch jedes Jahr einmal…

Und als ob das nicht schon genug wäre, machen heute auch alle Kneipen, Bars, Discotheken etc. gar nicht auf bzw. müssen ab um zwölf geschlossen sein. Morgen darf man dann den ganzen Tag im Haus verbringen. Schönes Wochenende!

Ich greife mal einen bekannten Asterix-Spruch auf: „Die spinnen die Peruaner!“.

15
Okt
07

Hallo, an Alle!

Wenn Ihr das hier lest, seit Ihr erfolgreich auf meinen neuen Blog gelandet! Ich hoffe das Layout und die Seite gefällt euch, mir gefällt diese deutlich besser als die Alte! :)

Ich habe auch alle alten Einträge in diesen neuen Blog exportiert. Was leider dabei verloren gegangen ist, sind die Kommentare und auch die Links zu den größeren Bildern sind weg. Da das aber alles noch auf dem alten Blog einsehbar ist, sollte dies kein Problem darstellen!

Kritik, Anregung, Kommentare usw. jederzeit gerne! Mit diesem Blog habe ich jetzt auch deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten als zuvor. Das schöne obere Bild wurde von meiner fleißigen Grafikerin gemacht (Danke, Judith! :) ) Ich werde die Tage/Wochen die Seite sicherlich noch etwas erweitern, aber ich muss ja auch etwas arbeiten. Es geht dann natürlich auch wieder mit den normalen Blogeinträgen weiter.

Viele Grüße
Ulf

11
Okt
07

Mountainbiking – Hinab von den Pichu Pichus

Mittlerweile habe ich es zu schätzen gelernt bei einer Reiseagentur mein Praktikum machen zu dürfen. Einer der Vorteile ist unter anderem die Vielzahl von Ausflugsmöglichkeiten am Wochenende. Vor zwei Wochen wurde nämlich das komplette Büro zu einer Mountainbike-Tour hinab von den Pichu Pichus eingeladen. Das lies sich natürlich auch keiner vom Büro entgehen, so waren wir eine entsprechend große Gruppe.
bikinggruppe

Nach etwa dreistündiger Fahrt in die Berge mit einem Jeep und einem Kleinbus waren wir dann fast bereit uns in den Abgrund zu wagen. Der Weg in die Pichu Pichus war zwar nicht sonderlich weit, aber über Schotterpiste fährt es sich eben nicht so schnell. Unser erstes Ziel des Ausflugs war aber nicht der Startpunkt der Abfahrt sondern ein imposanter, zurzeit trockener, Boraxsee.
boraxsee1boraxsee2

Bei diesen imposanten Panorama kamen wir dann auf die Idee, Bilder mit Perspektivverzerrungen aufzunehmen. Meine besten drei Aufnahmen sind diese:
boraxsee_fun1boraxsee_fun2boraxsee_fun3
Natürlich war die Gruppe und ich auch wirklich da!
gruppeboraxsee_ulf

Dann ging es endlich zum Startpunkt. Dort angekommen wurden die Mountainbikes eingestellt und getestet.
mountainbikesbiketesten

Auf den Weg abwärts fuhr dann der Jeep und der Bus immer am Ende der Gruppe damit nichts passieren konnte. Die Straßen waren nämlich eng, kurvig und natürlich komplett aus Schotter.
jeepstrecke1landschaft5

Wir hatten auf unser Abfahrt hinab in das Tal von etwa 5000m Höhe bis hinunter auf etwa 3000m Höhe in Richtung Arequipa viel Spaß. Wir sind auch alle verletzungsfrei und sicher angekommen. Zur imposanten Landschaft lasse ich mal lieber die Bilder sprechen. Einfach unglaublich!

landschaft1landschaft2landschaft4landschaft6strecke2landschaft3

Unsere Abfahrt dauerte etwa drei Stunden und nach etwa 40km Schotterpiste mit viel Bremsen fühlt man einerseits seine Handgelenke nicht mehr und andererseits fühlt man sich wie nach einem Schleuderwaschgang. Zusätzlich ist man auch ziemlich eingestaubt und dreckig wie ihr an diesem Bild erkennen könnt.
fertig

Der Tagesausflug hat trotzdem – oder gerade deswegen? – super viel Spaß gemacht auch wenn ich zweimal leicht gestürzt bin und ein herumlaufender Hunde mir gefährlich nahe kam. Tja, „no risk no fun“ oder auch „Sport ist Mord“. Ich freue mich auf die nächste Mountainbiketour, denn das war definitiv nicht die Letzte! )

08
Okt
07

Gesundheitskampagne in der Schule

Mein zweiter Sozialtag stand an. Nach dem Bingo-Spielen im Altersheim sollte es dieses mal zu einer Schule gehen. Dort sollte eine Gesundheitskampagne durchgeführt werden. Da viele Schüler Parasiten im Magen sowie schlechte Zähne mit Karies haben und weitere diverse kleinere Krankheiten, wurden drei Ärzte bezahlt, welche die Kinder untersuchen sollten.

Der Weg zur Schule war schon sehr interessant. Wir verließen die gepflegteren Gegenden von Arequipa und machten uns über Stock und Stein mit dem Bus auf einen kleinen Hügel, wo die Schule beheimatet war. Solche Gebäude würde man in Deutschland sicherlich nicht als Schule identifizieren, aber seht bitte selbst.
schule1schule2schule3

Wir waren pünktlich um Neun zum Start der Gesundheitskampagne eingetroffen, nur leider waren noch keine Ärzte vor Ort. Dies sollte auch noch etwas dauern und leider kam auch letztendlich nur eine Ärztin. Nichtsdestotrotz kümmerten sich vor allem Jan und ich um die Kinder, vornehmlich um die Jungs. Ihr dürft dreimal raten mit was. Richtig! Fußball!
fussball1fussball2fussball3fussball4fussball5fussball6

Selten hat mir der Fußball so viel Spaß gemacht wie während dieser kurzen Zeit. Nicht nur weil ich gegen Jan und seine kleinen Peruaner gewonnen habe ), nein auch weil die Jungs glückliche, strahlende Augen hatten und es so toll fanden, gegen/mit uns spielen zu dürfen. Selbst bzw. gerade in der Armut kann man Menschen mit so wenig glücklich machen. Und Jan sowie ich hatten natürlich auch unseren Spaß, endlich einmal schlagbare Gegner für uns! )

Wir nutzen die Pausen aber auch um Schnappschüsse von den Kindern zu machen. Hier meine beiden Favoriten!
schulkind1schulkind2

Dann ging es (endlich!) zu unseren eigentlichen Aufgabe des Tages, den Ärzten bzw. in diesem Fall der Ärztin helfend unter die Arme zu greifen. Unsere Aufgabe bestand vor allem aus drei Teilen.

Als Erstes mussten wir Unterlagen für den Arzt vorbeschriften mit Größe, Gewicht usw.
schreiben
Danach mussten wir jedes Kind messen und wiegen.
wiegen
Und als Letztes mussten wir auf die Kinder aufpassen während ein Kind nach dem anderen von der Ärztin behandelt wurde.
warten

Gegen um Eins verließen wir dann die Schule weil der Sozialtag für uns somit zeitlich vorbei war obwohl die Ärztin, die Lehrer und die Freiwilligen noch alle Hände voll zu tun hatten. Trotz den Problemen mit den Ärzten und den Medikamenten, diese waren nämlich auch nicht vollständig, war vor allem das Fußballspiel ein Heidenspaß! )

Wer Lust auf noch mehr Bilder hat, kann sich gerne auch die offizielle viventura-Galerie zu diesem Sozialtag anschauen.

04
Okt
07

Free Burma

Free Burma!

03
Okt
07

Ausflug zum Titicacasee

Wie einige schon von euch Lesern wissen, hat es mich gleich an meinen zweiten kompletten Wochenende nach Puno zum Titicacasee verschlagen. Meine Reisebegleiter waren (von links nach rechts) Marc, Isabel, Lena und Jan. Zusätzlich stieß noch Susi in Puno zu unserer Gruppe.
marc_isa_lena_jan

Wir fuhren mit dem Bus sechs Stunden für umgerechnet nicht einmal 5€ nach Puno. Miguel, unser Böroleiter von Arequipa und zugleich aus Puno stammend, hatte eine Hotel für uns in Puno reserviert, so dass wir direkt vom Busterminal gen Hotel fuhren. Leider gab es da weder Wasser, Bier noch andere Personen, so dass wir ziemlich schnell ins Bett gingen.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann per Kleinbus – zusammen mit Miguel – in Richtung Hafen von Puno. Dort wartete auch schon unser Schiff auf uns, so dass unsere Titicacacasee-Reise nun endgültig losgehen konnte.
puno_hafenpuno_see1

Wir fuhren dann mit dem Boot zu den Uros, den Ureinwohnern des Titicacasees, welche in der Nähe von der Küste auf schwimmenden Inseln leben.
puno_see2seesteasse

Innerhalb einer halben Stunde erreichten wir die schwimmenden Inseln der Uros. Wir wurden auf eine Insel gebracht, uns wurde ein kleine Einführung zu den schwimmenden Inseln, den Titicacasee und natürlich auch den Uros gegeben und es gab einen kleinen Markt.
uros4uros_tourismus

Was mir sehr imponiert hat, war einerseits die Intelligenz dieser Leute, wie man z.B. an der Bauweise des Schilffschiffes oder auch den Essensvariationen erkennen konnte, aber auch die absolute Freundlichkeit der Leute. Sicherlich ist vor allem Letzteres für Ihr Leben zwingend notwendig trotzdem kam die Freude von Herzen und war nicht vorgespielt.
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Nach diesen Stopp ging es nun in Richtung Insel Amantani, wo wir die Nacht bei einer Gastfamilie verbringen sollten. Bevor wir aber die Insel erreichten, konnte wir die Schönheit des Titicacasees bewundern. Ich habe noch nie in meinen Leben solch einen sauberen und blauen See gesehen versehen mit solch einem imposantem Panorama.
titicacasee1titicacasee2titicacasee3titicacasee4titicacasee5

Nach etwa drei Stunden Schifffahrt erreichten wir die Insel Amantani. Diese besteht im Großen und Ganzen aus zwei Erhebungen, deren Namen ich vergessen habe, und vereinzelten Häusern. Autos und Straßen sucht man auf der Insel vergebens und auch Elektrizität gibt es nur selten. Das alles war schon sehr interessant, ich glaube als Europäer ist es einfach unvorstellbar wie dort gelebt wird.
insel_amantani1insel_amantani2

Nach der Ankunft wurden wir drei Mädels und wir drei Jungs in seperate Gastfamilien zugewiesen. Da wir Jungs vor dem Essen noch eine Stunde Zeit hatten, wollten wir zu den Mädels gehen. Dabei trafen wir am Fußballplatz vier Peruaner, welche uns zum Fußballspiel herausforderten. Wir nahmen natürlich an und verloren deutlich 1:5. Auf 3800m Meereshöhe ein Fußballspiel zu bestreiten ist wirklich etwas anderes, man bekommt einfach keinen Sauerstoff. Danach ging es uns, insbesondere mir, auch entsprechend schlecht. Unser eigentliches Ziel an diesem Tag war aber die Besteigung einer der Berge – mein erster 4000 in meinem Leben! ) Natürlich mussten wir noch entsprechend ausgerüstet wurden, so bekamen jeder von uns eine warme Alpakamütze.
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Jetzt konnte der Marsch endlich losgehen.
bergbesteigung
Die Überwindung von den 300 Höhenmetern war schon durchaus anstrengend, für uns Jungs nach dem Fußballspiel insbesondere. Wir schafften es aber alle und genossen die Aussicht. Leider war das Wetter mittlerweile alles andere als gut. Auf den Titicacasee gewitterte es mittlerweile. Zum Laufen war das nicht so angenehm, die Bilder sind mit diesem Naturschauspiel umso imposanter.
aussicht1aussicht2aussicht3
Und natürlich darf auch das Beweisfoto nicht fehlen, dass ich es auch geschafft habe, auch wenn ich ziemlich fertig auf dem Bild aussehe – was ich auch durchaus war!
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Danach ging es zum Abendessen, wo wir wieder eine Suppe nebst diversen Kartoffelarten und Reis bekamen. Zwar wurde das Essen sehr primitiv in einem offenen Kamin zubereitet und besteht sicherlich keinen deutschen Gesundheitscheck, trotzdem war es sehr lecker und eine interessante Erfahrung.
armantani_suppe

Nach dem Abendessen gab es noch eine Feier im Gemeindehaus der Insel. Wir Jungs verzichteten aber auf unsere Teilnahme. Sowohl weil wir ziemlich fertig waren, aber auch da der Weg im Stockdunkeln – es gibt dort kein Licht auf den Wegen – über Stock und Stein uns zu gefährlich erschien. So lagen wir zum Samstag abend um halb Acht im Bett!

Am nächsten Morgen sollte es dann nach dem Frühstück zur Insel Taquile weitergehen. Zuallererst musste aber natürlich noch ein Foto mit unserer Gastoma gemacht werden.
gastfamilie

Wir fuhren dann etwa eine Stunde zur anderen Insel. Auch dort bestiegen wir wieder den Insel-Berg, was nach der gestrigen Belastung weitaus problemloser von mir bewältigt wurde. Ebenso aßen wir zu Mittag in einem kleinen, netten und natürlich auch billigen Restaurant. Dabei entstanden noch ein paar Schnappschüsse.
insel_taquile1insel_taquile2insel_taquile3

Nach dem Mittag ging es zurück nach Puno. Auch dieser Weg dauerte wieder etwa drei Stunden. Dort holte uns dann wieder Miguel ab und wir gingen noch schnell eine Geburtstagstorte essen, da Lena Geburtstag hatte, bevor wir wieder mit dem Bus in Richtung Arequipa fuhren.

Die Reise war superinteressant und toll. Ich hatte mir zuvor wenig Gedanken über die Reise gemacht umso positiver war ich überrascht. Es war sicherlich keine Tourismusreise wie man sie aus Europa kennt, aber dafür weitaus erlebnis-, wissens- und abwechslungsreicher.