Archiv für September 2007

23
Sep
07

Bustour durch Arequipa

Da gleich zu Anfang meiner Zeit in Arequipa ein Feiertag war, wurde diese Tag gleich effizient genutzt und ich machte mit Lena, meiner Mit-Praktikantin, eine Bustour durch Arequipa. Dabei stellten wir beide fest, dass Arequipa weitaus größer ist als man zuerst dachte und es noch andere sehenswerte Dinge außer den Plaza de Armas nebst Kathedrale gibt.

Nichtsdestotrotz ging auch die Bustour vom Plaza de Armas los, wo zugleich wieder die Kathedrale von Arequipa ins Auge fiel.
plaza_de_armas

Die Kathedrale ist aber nicht der einzige Kolonialbau im Stadtzentrum. Dort befinden sich noch unzählig andere Kirchen. Zwei von diesen habe ich fotografisch aufgenommen.
iglesia2iglesia1

Dann ging es mit dem Bus weg vom Zentrum. Dabei sind mir zwei gute Schnappschüsse gelungen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Einerseits ist ein typischer Blick auf eine arequipanische Straße festgehalten und andererseits der Fluss Chili nebst einer anderen Straße.
calleaussicht

Nach kurzer Fahrt durch ein paar Vororte gelangten wir zum ersten Aussichtspunkt unserer Reise. Es handelte sich dabei um ein wunderschönes, grünes Fluss-Tal. Ich glaube die Bilder sprechen für sich!
tal1tal2tal3tal4tal5

Als nächstes stand Yanahuara, ein Stadtteil von Arequipa, auf dem Tourenprogramm. Da ich zwei Tage zuvor schon mit meinen Gasteltern dort war, wusste ich was mich da erwarten würde. Der Ausblick von dort ist grandios. Man kann über ganz Arequipa blicken und hat den Misiti bzw. die Pichu Pichu im Blick. Wir nutzen die Möglichkeit und dokumentieren unser Dasein.
yanahuara_lenayanahuara_ulf

Danach stand ein Besuch in einem Alpaka-Geschäft an. Neben den Verkauf von Alpaka-Wolle in Form von Pullovern, Mützen, Schals usw. wurden die Tiere auch direkt daneben gehalten. Sie sehen schon sehr süß aus und die Wolle ist wunderbar kuschelig! )
alpaka2alpaka1

An diese Stelle will ich auch erwähnen, dass wir auf unserer Reise ebenso gezüchtete Meerschweinchen gesehen haben. Diese werden in Käfigen gehalten und gut gemästet. Wieso? Die Antwort ist einfach! Ich habe es noch nicht ausprobiert, werde es aber sicherlich noch tun, weil mich bisher jeder dazu ermutigt hat. Ich berichte dann ein anderes Mal vom Geschmack der Tierchen. ;)
meerschweinchen

Dann sind wir auf zu einer kleinen Erhebung nebst Aussichtsturm gefahren. Da der Turm ca. 150 Treppenstufen hat und Arequipa in etwa 2300m Höhe liegt, habe ich dort zum ersten Mal die dünne Luft wirklich gespürt. Ich war nach dem Ersteigern des Turms durchaus außer Puste. Des weiteren wirkte der Turm nicht gerade stabil und ich bin ja auch ein Mensch der durchaus Höhenangst hat. Trotzdem war der Ausblick phantastisch, man konnte meilenweit blicken.
ausblick1ausblick2ausblick3

Danach ging es in die ärmeren Gegenden von Arequipa. Ich fand es es schon sehr schlimm wie die Leute dort leben. Kein Dach über den Kopf zu haben, mit ein paar Decken, ist bei diesen kalten Nächten im Winter alles andere als wünschenswert. Auch sind die steilen Hänge sicherlich alles andere als ungefährlich. Von streuenden Hunden ganz zu schweigen. Auch wird teilweise Haus and Haus gelebt und Privatsphäre gibt es kaum/gar nicht, da es Fenster, Gardinen uns so es natürlich nicht gibt. Das sind Zustände die man in Europa sowohl hygienemäßig als auch wohntechnisch sicherlich nicht kennt.
vorort1vorort2

Wir hielten durchaus auch noch bei anderen Stationen, diese waren aber nicht so schön wie die von denen ich berichtet habe, darum habe ich davon auch keine Bilder. Trotzdem war die Fahrt sehr interessant und hat sich auf jeden Fall gelohnt, weil man einen sehr guten Eindruck von Arequipa bekommen konnte.

Zu guter Letzt will ich euch noch Bilder vom Misti und Chachani zeigen, welche uns die gesamte Zeit begleitet haben. Es ist schon ziemlich beeindruckend wie Arequipa von diesen beiden Vulkanen ein herrliches Panorama geschenkt bekommt. Diese beiden Vulkane nebst den Pichu Pichus thronen einfach über der Stadt!

Hier der Misti und …
misti1misti2

… und hier zum Abschluss dieses Blog-Eintrages der Chachani, einmal sogar in der Abendsonne.
chachanivorort3

18
Sep
07

Feiern in Arequipa

Natürlich gibt es hier auch einige Feiern, nicht umsonst wird das viventura-Büro von Arequipa als Party-Büro bezeichnet. Los ging es gleich den ersten Abend mit der Abschiedsfeier der alten und der Willkommensfeier der neuen Praktikanten. Einerseits gab es ein nettes kleines Feuerwerk und reichlich Essen
feuerwerk1feuerwerk2essen
und andererseits haben die alten Praktikanten jeder ein nettes viventura T-Shirt bekommen. Auf den Bild sind von rechts nach links Sissy, die bisherige Sozial-Praktikantin, Eva, die bisherige Touren-Praktikantin, Josselin, der viFrance-Praktikant und Jan, der bisherige Programmier-Praktikant zu erkennen.
sissy_eva_josselin_jan

Den darauffolgenden Mittwoch, der Donnerstag war ein Feiertag in Peru, wurde dann der endgültige Abschied von Eva und Sissy gefeiert. Auf den rechten Bild könnt ihr mich mit Lena, der neuen Sozial-Praktikantin, und Josselin erkennen.
sissy_evalena_josselin_ulfAm Samstag wurde dann der Abschied von Yngrid gefeiert, die nach vielen Jahren viventura gen Deutschland und Australien verlassen hat. Auf den linken Bild könnt Ihr sie mit Phillip, ihren Freund und viventura-Mitarbeiter, sehen.

yngrid_phillip

An diesem Samstag waren wir ab nachmittags in einem leckeren Salsa-Restaurant, wo Live-Musik gespielt wurde. Es war eine wirklich nette Atmosphäre, auch weil viventura alle Kosten übernommen hat. ) Auf den linken Bild könnt ihr Jan, den neuen Touren-Praktikanten, Lena, Sarah, welche abgewendet ist, und Melanie erkennen. Auf den rechten Bild seht ihr Sarah, eine von zwei Büro-Leitern in Arequipa mit Barbara, ihrer Vorgängerin, die jetzt zentral für viventura arbeitet und mittlerweile auch Arequipa verlässt. (

jan_lena_sarah_mellisarah_babs

Zum Abschluss noch zwei Bilder von mir. Einmal bin ich mit Jan darauf zu sehen und das andere Mal mit Alivey, einer Mexikanerin.
ulf_janalivey_ulf

Das soll es auch schon gewesen sein, ich hoffe ich komme die Tage dazu mehr zu schreiben!

13
Sep
07

Bingo-Spielen im Altersheim

altersheim

Neben meiner alltäglichen Arbeit, dem Programmieren und dem Netzwerk-Verwalten, gibt es bei viventura einmal im Monat einen Sozialtag. Dabei engagiert man sich für soziale Projekte aus der Region, die viventura auch selbst verwaltet. Dies sind z.B. Besuche in der Schule, Hilfe bei Baumaßnahmen, Unterstützung im Altersheim und vieles mehr. Dieses Mal stand ein Besuch im Altersheim an, wo wir mit den alten Leuten Bingo gespielt haben.

Zuallererst musste natürlich das Bingo-Spiel aufgebaut werden und den Bewohnern geholfen werden Ihre Plätze einzunehmen. Auch wenn es vielen Leuten wirklich schlecht ging und man Ihnen deutlich die Altersschwäche ansehen konnte, freuten Sie sich einerseits auf das Bingo-Spiel und begrüßten uns andererseits richtig herzlich. Das ließ das Eis zwischen den alten Leuten und uns ganz schnell brechen. )

bingo1bingo2

Das Prinzip des Bingo-Spielens ist relativ schnell erklärt. Drei viventura-Mitarbeiter, Yngrid, Romena und Oscar, kümmerten sich um die Spielleitung während die restlichen Mitarbeiter sich zu den Bewohnern des Altersheim gesellten und Ihnen beim Bingo spielen halfen. Für mich war es gleichzeitig eine gute Übung um die spanischen Zahlen zu wiederholen und zu üben.

Auf den Bildern könnt ihr links Yngrid mit Romena, in der Mitte den neue Touren-Praktikant Jan nebst Spielpartnerin und recht meinen Vorgänger als Programmier-Praktikant Jan mit „seiner Oma“ erkennen.
yngridjan2jan1

Insgesamt wurden zwei Bingo-Runden gespielt. Nach der ersten Bingo-Runde gab es erstmal lecker Tee und Kuchen für alle
essen

bevor dann die 2.Runde gespielt wurde, wo jeder einen Schokoriegel und eine Sonnenblume gewann sobald man alle Zahlen zusammen hatte.

Zum Abschluss wurde noch ein Gruppenfoto gemacht und jeder mit „seiner Oma“ fotografiert. Auch das möchte ich euch natürlich nicht bildlich vorenthalten. „Meine Oma“ ist im übrigen Vierter geworden bei etwa 25 Teilnehmern ein stolzer Platz! )
gruppenfotoich

Als Fazit dieses kurzweiligen Vormittags sei zu sagen, dass es sehr interessant ist zu sehen wie die älteren Leute in Peru betreut werden und wie sich dies dann doch nicht so groß von Deutschland/Europa unterscheidet. Ebenso stellt dies natürlich eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag dar und es wird einem gerade in solchen Momenten deutlich, dass es weitaus wichtigeres gibt als Programmieren, Computer oder auch Feiern!

12
Sep
07

Das Leben ist anders in Arequipa, Peru

Heute wird es mal einen Blog-Eintrag ohne Bilder geben. Dafür werde ich versuchen mit diesem Beitrag so viele Fragen wie möglich zu beantworten und versuchen das andere Leben in Arequipa, Peru so gut es geht darzustellen.

  • Das Wetter ist grundsätzlich hier sonnig, warm und stets windig. Zugleich wird es aber nachts auch sehr kalt sobald die Sonne untergangen ist. Es wird im Dezember, Januar und Februar jeweils einen Regentag geben, mehr Niederschlag fallen hier während eines Jahres nicht. Einen Metereologen oder Wetterbericht braucht man somit nicht. Im Winter wird es dann auch nachts etwas wärmer sein, die Sonne ist aber auch dann gegen halb sieben untergegangen, zurzeit ist es ungefähr gegen sechs der Fall. Winter- und Sommerzeit gibt es hier nicht, d.h. sobald in Deutschland Winterzeit ist, bin ich euch nur noch sechs anstatt wie zurzeit sieben Stunden hinterher.
  • Das Essen besteht hier sehr oft aus Reis, es gibt aber durchaus auch touristische Restaurants in Arequipa wo man auch anderes eurpäisches Essen bekommt. Es gibt z.B. auch einen Döner, der aber nicht mit einem Berliner Döner zu vergleichen ist. Ebenso wird in der Firma eher nicht so scharf gegessen, ich glaube das liegt auch daran, dass dann doch sehr viele europäische Geschmäcker bei viventura beschäftigt sind.
  • Warmes Wasser ist hier ein rares Gut, ich muss z.B. bei meiner Gastfamilie immer erst den Boiler anstellen bevor ich duschen kann. Generell ist das Wasser hier aus den Leitungen natürlich kein Trinkwasser! Das kann dann durchaus auch mal zu Magenproblemen führen, da man kleine Mengen Wasser doch zu sich nimmt durch bsw. beim Zähne putzen, oder dorch das Abspülen von Obst oder Geschirr.
  • Die Peruaner sind ansich sehr aggressive und konfuse Autofahrer, ob es hier auch eine StVO gibt entzieht sich meiner Kenntnis, ich glaube aber eher nicht. Auch legt man hier fast alle Strecken mit dem Taxi zurück, welche hier neben dem Bus das öffentliche Verkehrsmittel sind. Die Taxi-Dichte auf den Straßen beträgt bestimmt etwa 50%. Ebenso sind die meisten Straßen enge, zweispurige Einbahnstraßen insbesondere in Nähe des Stadtzentrums.
  • Alle Städte, auch Arequipa, sind indetisch aufgebaut. Es gibt einen zentralen Platz, den „Plaza de Armas“ an welchen sich auch oft sehr mächtige und beeindruckende Kolonialbauten befinden. Neben den vielen Taxis, finde ich auch die hohre Internet-Cafe und Hostel-Dichte überraschend. Ansonsten gibt es alles was es auch in Deutschland gibt wie Supermarkt, Reisebüros, Restaurants, Banken usw. Anzumerken ist sicherlich noch, dass alle Häuser recht flach gebaut sind, dass liegt vor allem an der ständigen Gefahr von Erdbeben.
  • Die Musik ist in peruanischen Diskotheken/Bars sehr salsa-lastig. Natürlich gibt es auch europäische Musik hier, aber diese findet man dann doch eher in den Tourismusgebieten. Die Liedauswahl ist aber generell sehr begrenzt, man hört immer wieder die gleichen Lieder. Mir gefallen sie trotzdem! )
  • Grundsätzlich ist hier alles deutlich billiger als in Deutschland. Man kann wohl so etwa alle Preise durch zwei teilen und man ist bei dem peruanischen Preis. Technische Geräte und Kosmetika sind die einzigen Sachen die wirklich teurer sind, aber dies ist durchaus zu verkraften.
  • Die Peruaner sind grundsätzlich sehr freundliche und offene Menschen. Es wird auf einen zugegangen und einem stets geholfen. „Por favor“ und „Gracias“ sind häufig gebrauchte Worte hier, was sehr angenehm ist. Zugleich läuft das Leben ruhiger und beträchtlicher ab. Deutsche Pünktlichkeit und Ordnung gibt es hier natürlich auch nicht. Aber auch das empfinde ich eher als positiv.

Ich glaube und hoffe die wichtigsten Unterschiede dargestellt zu haben, die Tage kommen dann auch wieder Bilder, versprochen! )

06
Sep
07

Arequipa – Die Weiße Stadt

Im Gegensatz zu Lima ist Arequipa eine durchweg schöne Stadt. Dabei sind sicherlich zwei Sachen besonders hervorzuheben, die jeden Touristen sofort auffallen. Einerseits ist das die imposante Bergkette bestehens aus dem Misti, ein noch aktiver Vulkan,
misti1misti2misti_sunset
dem Chachani, einen nicht mehr aktiven Vulkan,
chachani
und den Picchu Picchu, einen weiteren nicht-aktiven Vulkan.

pichuspichus_sunset

Andererseits ist es der Plaza de Armas mit der imposanten Kathedrale von Arequipa.

plaza_de_armas1plaza_de_armas2cathedral

Hier noch ein paar andere Impressionen von Arequipa, ein paar Straßenbilder

calle1calle2calle3

und Yuanahara, ein Stadtteil von Arequipa, sowie eine von vielen Kirchen von Arequipa.

yanahuara iglesia

Das muss als erste Impression von Arequipa erstmal reichen. Ich habe zwar mittlerweile auch schon eine Bustour durch Arequipa gemacht, die Bilder und der Bericht folgen aber ein anderesmal, will euch ja neugierig lassen! )

03
Sep
07

Mein Abend in Lima

Da mein Flug so überpünktlich in Lima gelandet war (siehe letzter Blog-Eintrag), war ich auch schon um Acht in meinem Hotel. Ich beschloss die Zeit zu nutzen um mir noch etwas Lima bzw. zumindest die unmittelbare Umgebung des Hotels anzuschauen. Ein Hotel in Lima, ist im übrigen nicht mit den europäischen Vorstellungen vergleichbar. Vielmehr war es wohl eine Pension bzw. ein privat vermietetes Zimmer mit Fernseher und Bad.

hotelhochhaus
Mein erster Eindruck von Lima, welchen ich schon am Flughafen bekommen hatte, bestätigte sich auch sofort. In Lima herrscht auf den Straßen absolutes Chaos. Eine Straßenverkehrsordnung gibt es wohl nicht und jeder fährt so wie er möchte mit dem Dauereinsatz der Hupe. Zugleich begann ich einen riesigen Fehler indem ich einfach so einen Zebrastreifen überquerte. Leider hat man dort als Fußgänger alles andere als Vorrang, ich wurde halb angefahren und mit Hilfe der Hupe weggejagt. Dies war mit aber zugleich eine Lehre seitdem passe ich in Peru immer beim Überqueren einer Straße auf jeglichen Autoverkehr auf. )

Mein Hotel befand sich in unmittelbarer Nähe der Hauptstraße von Miraflores, wohl der touristischen Weggehmeile Limas. Ich habe bildlich ein paar Impressionen von der Straße festgehalten und habe auch noch einem kleinen Konzert zugehört.

miraflores1miraflores2miraflores3miraflores4konzert
Zugleich habe ich auf der Straße noch Geld gewechselt und mir noch etwas zu Trinken gekauft sowie ein Internetcafe aufgesucht. Positiv überrascht war ich von den Preisen. Obwohl ich mich in einem touristischen Gebiet befand, kosteteten fünfzehn Minuten Internet umgerechnet etwa 10 Cent(!) bzw. eine große 2l Flasche Cola ca. 70 Cent!

Der schönste Ort den ich aber an diesem Abend entdeckte, war eine Kirche die herrlich beleuchtet auf einen großen Platz stand. Des weiteren war es von dort aus möglich dem Konzert zuzuhören und das Touristentreiben zu beobachten. Ich empfand es als unglaublich wie viele Leute abends unterwegs waren – und das obwohl ich mit Berlin sicherlich schon einiges gewohnt bin.

kirche1kirche2kirche3
Erschreckend war aber neben dem touristischen Treiben die teilweise absolute Armut. Urinieren auf der Straße stellte auch in einem touristischen Gebiet wie Miraflores keine Seltenheit dar. Ebenso gab es unzählige bettelarme Leute, die nur mit einer dünnen Decke die eiskalte Nacht in Lima überstehen mussten. Es war schockierend diese Unterschiede innerhalb weniger Meter zu erblicken. Mindestens genauso erstaunt war ich aber auch darüber, dass dies als ganz normal und als alltäglich angesehen wurde. Man kann es wohl gar nicht in Worte fassen wie gut es uns Europäern geht.

Nach etwa zwei Stunden auf der Straße suchte ich dann noch kurz mein Hotel, da mich mein Orientierungssinn mal wieder verlassen hatte. Letzendlich fand ich es aber doch noch und ging dann ziemlich müde und geschafft ins Bett. Ich wusste aber schon in diesem Moment, dass das Abenteuer Südamerika angefangen hat und es nicht viel mit Europa und/oder Amerika vergleichbar wäre. Dies wusste ich im Vorfeld zwar eigentlich schon, so richtig bewusst wurde es mir aber erst an diesem Abend.

pazifik

01
Sep
07

Mein Flug nach Arequipa

Heute möchte ich ein paar Zeilen über meinen Flug schreiben. Grundsätzlich soll man ja zufrieden und glücklich sein, wenn man an seinem Ankunftsort gesund und munter ankommt. Dies war zwar bei mir durchaus der Fall, aber so recht freuen konnte ich mich trotzdem nicht. Aber fangen wir mal von vorne an.

Meine lange Reise begann letzten Donnerstag vom Flughafen Berlin, Tegel. Ich flog mit AirBerlin nach Frankfurt ohne jeglichen Komplikationen. Ein bißchen ärgerlich war, dass ich die Zeitungen, welche AirBerlin kostenlos im Flugzeug verteilt hatte, auch in diesem liegen gelassen hattee. Rückblickend war das aber gar nicht schlimm.

In Frankfurt bin ich dann erstmal 15 Minuten umhergeirrt um herauszufinden wo mein Flug gen Madrid abfliegt. Dies habe ich dann auch gefunden und ich musste mit der Skyline, dem kleinen Shuttlezug des Frankfurter Flughafens, zur anderen Halle fahren. Da ich zwei größere Rucksäcke, mein Tracking- und mein Laptop-Rucksack, bei mir hatte, war ich mit einem Dolly unterwegs. Dies stellte auch erst ein Problem dar, als ich ganz oben, da wo die Skyline fährt, erfuhr das diese nicht im Betrieb sei und man unten mit dem Bus fahren müsste. Ich fragte noch, ob man mit dem Dolly auch die Rolltreppen abwärts fahren könnte. Dies ging auch durchaus, nur leider war mein Laptop-Rucksack so ungünstig positioniert, dass dieser drei, vier Treppenstufen hinunterfiel. Dies sollte sich noch als fatal heraustellen, da dadurch mein Laptop nicht mehr ging.

Irgendwann war ich dann am Bus und fuhr in die andere Halle und richtete mich auf eine geruhsame Nacht ein, da es nun gegen zwölf war und mein Flieger erst 7:35 abflog. Unglücklicherweise wurde am gesamten Flughafen nachts massiv gebaut, so dass es richtig laut war. Nach unzähligen Telefonaten mit Judith und ein bißchen Gedöse stellte ich dann auch noch fest das mein Laptop kaputt war. Ich hatte irgendwie jetzt schon genug, da dort alle E-Mail-Adressen, Adressen und Sonstiges sich darauf befinden.

Früh um Fünf irrte ich dann noch umher um mein Gate zu suchen und gab mein Trecking-Rucksack gen Lima auf. Der Flug nach Madrid verlief dann unkompliziert, aber da ich mit LAN Airlines flog, die größte südamerikanische Fluggesellschaft, wurde schon viel Spanisch gesprochen. Im übrigen musste ich schon dort feststellen, dass die spanische Aussprache des Englischen ziemlich schwer zu verstehen ist. In Spanisch verstand ich schon damals nicht viel weniger.

Der Flughafen Madrid war dann wieder eine Sache für sich. Er wirkte zunächst recht klein und ich wunderte mich, dass ich meinen Flug nach Lima auf keiner Anzeigetafel finden konnte. Dies hatte den einfachen Grund das ich zum Terminal 4 musste, welcher von Terminal 1, wo ich landete, etwa 20 Minuten mit dem Bus entfernt war. Ausschilderungen o.Ä. wie in Deutschland gibt es da nicht, und ohne Fragen säße ich wohl heute noch in Madrid. Das Terminal 4 war dann auch noch richtig groß, mit einen Shuttle-Service der nur per Strom und ohne Fahrpersonal betrieben wurde. Zusätzlich wechselte man zehn Minuten vor dem Boarden noch das Gate. Ich war dann schon etwas genervt von der spanischen Organisation. Deswegen habe ich auch nur ein Bild gemacht! ;)

Flughafen Madrid

Nach zwölfstündigen Flug mit viel Spanisch sprechenden Leuten landete ich dann in Lima, sogar eine Stunde vor der eigentlichen Ankunft. Die Pass- und Gepäckkontrolle in Lima war ein Witz und nach nicht einmal 30 Minuten war ich endlich in Peru. Da ich aber nun so zeitig ausgecheckt war, musste ich noch auf Hilda warten, die mich von viventura aus vom Flughafen abholen sollte um mich ins Hotel zu bringen. Diese kam dann auch und wir fuhren mit einem Taxi in ca. 30 Minuten nach Miraflores, dem reichsten Stadtteil Limas. Dort checkte ich in mein Hotel ein und da es erst um 20:00 Uhr war, begab ich mich nochmal nach draußen. Dazu schreibe ich aber noch gesondert etwas, das hat Lima verdient! )

Am nächsten Morgen bin ich dann gegen Acht aufgestanden um dann zu frühstücken und wieder zum Flughafen zu fahren. Dort habe ich dann meinen nächsten nervlichen Zusammenbruch erlitten. Da ja mein Laptop kaputt war, wusste ich nicht genau wann und mit welcher Fluggesellschaft ich nach Arequipa flog. Da Hilda den Abend zuvor noch so oft LAN zu mir sagte, versuchte ich dort mein Glück und es flog auch ein Flieger nach Arequipa. Dort gab es aber keine Reisereservierung für mich und nun hatte ich richtige Panik. Ich ging zum Telefon und versuchte jemand von viventura zu erreichen, leider waren die Nummern auf den Zettel teilweise falsch. Da ich dort zugleich Zettel, Geldbörse, Handy und zwei Rucksäcke hatte, war ich schon leicht überfordert, auch weil ich niemanden erreichen konnte. Zwischenzeitlich dachte ich auch noch kurz, meine Geldbörse sei weg. Nachdem ich mich etwas beruhigte, stellte ich dann fest, dass es mit Star Peru noch einen Flug nach Trujillo mit Zwischenlandung in Arequipa gab. Dieser Flug war auch der Richtige für mich und ich war wieder beruhigt und sah mich schon in Arequipa, auch weil der Flug selber nur reichlich eine Stunde dauern würde. Leider habe ich bei dieser hektischen Aktion am Limaer Flughafen zum letzten Mal mein Handy gesehen, ich weiß nicht ob ich es dort liegengelassen habe, es später verloren habe oder es mir gar gestohlen wurde, fakt ist auf jeden Fall, dass ich keines mehr besitze und somit auch keine Telefonnummern mehr habe. (

Der Flugnach Arequipa war für mich der Schönste, einerseits weil man kurz davor war endlich da zu sein und andererseits weil man über die Anden und somit auch über den Wolken flog und man die Landschaft und das Meer auch vom Flugzeug wunderbar beobachten konnte. Am Flughafen wurde ich dann von sieben(?) viventura-Mitarbeitern abgeholt, was wirklich nett war da man sich sofort nicht alleine fühlte. Beeindruckend war auch wie das Flugzeug in Arequipa landete, Sicherheitskontrollen gibt es da wenig bis gar keine. Da landet eben ein Flugzeug auf einem großen asphaltierten Gelände, man läuft dann etwa 100m zur Gepäckannahme und man kann noch beobachten wie die Gepäckstücke auf das Laufband gepackt werden. Sehr beeindruckend im Vergleich zu den ganzen Sicherheitsvorkehrungen in Europa.

Der ChachaniFlugzeug von Star Peru
Es ging dann mit dem Bus, in welcher ich noch meine Jacke liegenliess, zur Firma und diese gefiel mir sehr gut. Die Firma ist bequem und nett eingerichtet und auch die Praktikantenzimmer sind viel besser als ich ursprünglich erwartet hatte, was ab Ende September ja mein neues Zuhause für fünf Monate darstellen wird. Danach ging es zu meiner Gastfamilie, die mich superfreundlich empfangen hat und abends gab es dann die Abschiedsfeier der alten, und die Willkommensfeier der neuen Praktikanten. Ich war zwar noch etwas geschlaucht von der Reise und dem Jetlag trotzdem empfand ich den Abend als sehr nett, da man hier wunderbar herzlich aufgenommen wurde. Leider ohne Laptop und Handy obwohl mich das an diesem Abend ehrlich gesagt gar nicht so störte, ich war froh in „meiner neuen Stadt“ für die nächsten sechs Monate zu sein.

Die Tage werde ich dann noch mehr zum Leben in Arequipa, zur Stadt Arequipa, zur Arbeit aber auch zu Lima schreiben. Geduldet euch etwas, auch Rom ist nicht in einem Tag erbaut worden!